




Der kleine Weiler an der Straße von Arzberg
nach Waldsassen dürfte wohl 1560 entstanden sein. Noch um 1650
erscheint der Ort als „auf dem See“. So ist es durchaus
wahrscheinlich, dass die dortigen Weiher die Reste eines vermoorten
Sees sind. Wie groß die Siedlungen damals waren, mag man aus
einem Verzeichnis um 1600 schließen, in dem Seedorf mit „einem
Hof und 3 halben Gütlein“ erwähnt wird. Um das Jahr
1750 beschreibt ein Pfarrbuch den Ort so: „Seedorf, so den Namen
von einem alten, eingegangenen See hat, liegt sehr tief in den Kohlwald
hinein, an der pfälzischen Grenze und hat arme, abgebrannte Bauern
von 5 oder 6 zerteilten Hütten und Häusern.“ Schon
immer gehörte er zur Kirchengemeinde Arzberg, aber politisch zu
Schirnding. Nachdem im Jahre 1934 die Ostmarkstraße von Selb über Waldsassen in Angriff genommen worden war, erhielt Seedorf im Jahre 1938 ein Zollgebäude, wodurch die Bevölkerungszahl beträchtlich anwuchs. Bis zu 50 Personen wohnten hier. Heute ist das Gebäude allerdings nur noch ein Stützpunkt der Bundespolizei. Natürlich gingen auch der Krieg und seine Folgen an Seedorf nicht vorüber. So musste der Ort zwar nur 2 Gefallene verzeichnen, es waren aber 20 Heimatvertriebene aufzunehmen. Das führte dazu, dass im Jahre 1950 Seedorf 33 Evangelische und 34 Katholische zählte. In den folgenden Jahren relativierte sich das Verhältnis wieder und heute sind es 16 bzw. 8, davon 2 Vollerwerbslandwirte. Ein kleines, familiär geführtes Gasthaus erfreut sich immer noch eines guten Zuspruchs. Es war auch immer wieder Gastgeber für winterliche Bibelabende und wird es hoffentlich bald wieder. Das Ortsbild wird durch die alten Häuser und zwei Neubauten geprägt, sowie durch die alten Bäume entlang der Straße. Besondere Bedeutung hatte lange Jahre auch der Lehmabbau für die Ziegelfabrik Jahreis in Ziegelhütte. Aber bereits vor ca. 2000 Jahren verwendeten die Siedler diesen Ton für ihre Gefäße, wie aus Fundstücken in der aufgelassenen Siedlung Forchheim, ca. 2 km östlich nachgewiesen werden konnte. Nach der Einstellung des Abbaus verwandeln sich die „Tongruben“ nun langsam in ein Biotop. Mehr Angaben finden sich in alten Ausgaben von „Sechsämter–Land“,
die im Stadtarchiv einzusehen sind. |
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