Wenn man heute von Haid spricht, so denken die meisten wohl zunächst an den FeisnitzStausee. Im Jahr 1972 wurde mit dem Bau begonnen, 1974 war er vollendet. Er diente als Kühlwasserspeicher für das Kraftwerk Arzberg. Bereits 2003 verlor er seine Bedeutung, da das Kraftwerk stillgelegt wurde. Heute ist er Mittelpunkt eines vielbesuchten Naherholungsgebietes und gehört der Stadt Arzberg. Im Herbst 2007 wurde die renovierte Gaststätte „Seeklause“ wieder eröffnet. Sie bietet gute Gastronomie und mit seiner schlossähnlichen Erscheinung einen interessanten Anblick.

Haid ist eine weit verstreute Siedlung. Klausen, Elmberg und das frühere Treue Freundschaft werden oft als Teilsiedlungen genannt. 1499 wurde die Haid mehrmals im „Landbuch der Sechs Ämter“ erwähnt, weil Seußener Bauern hier Felder besaßen.1698 werden die ersten Reutgüter in der Gemeinde genannt. Das waren Siedlungsflächen der zweiten Siedlungsperiode in unserer Gegend. Im Gegensatz zu den auf „–grün“ endenden Orten musste erst der Wald gerodet werden, bevor das Land nutzbar wurde. Die Besiedelung zog sich aber bis 1783 hin, wobei es sich um „Aussiedler“ aus Seußen gehandelt haben dürfte. Die Mannschaft gehörte damals zum Rittergut Schlottenhof. Die Haupterwerbsquelle der Bewohner waren von Anfang an die Landwirtschaft und die Mitarbeit beim Holzeinschlag. Heute sind nur noch zwei Haupterwerbslandwirte hier ansässig.
Wie auseinandergezogen die Höfe waren, zeigt noch die folgende Aufnahme, die von den Trögerhäusern aus gemacht wurde.(1701 zum ersten Mal erwähnt) .
Sie zeigt aber nur etwa die Hälfte des Ortes.


Von 1762 bis 1837 wurde bei der Klausen auch Alaun gewonnen. Dazu wurde die dort vorkommende Braunkohle verbrannt, die Rückstände in großen Bottichen ausgelaugt und anschließend gekocht, bis der Alaun auskristallisierte. Die Anlage „Treue Freundschaft“, sie befand sich einst im Gebiet am äußersten linken Bildrand auf der Stausee-Aufnahme, lieferte damals wöchentlich bis zu 8 Zentner Alaun, der hauptsächlich für die Gerberei aber auch in der Heilkunde verwendet wurde. Übrigens wurde auch der frühere Klausen-Teich für das Alaunsieden angelegt. Später wurden die Häuser des Alaunwerkes als Wohnhaus bzw. als Gast- und Gemeindehaus genutzt. Der damalige Bürgermeister hatte hier seinen Wohn- und Amtssitz.

Seit dem Jahr 2006, als das Spritzenhaus zu einem Gemeinschaftshaus ausgebaut wurde, hat Haid wieder ein gesellschaftliches Zentrum, in dem gerne Versammlungen abgehalten werden, wie z.B. auch der „lebendige Adventskalender“, zum dem viele Haider zusammenkommen. Im Bild unten ist der Bau in der Mitte zu erkennen. Eingefügt wurde links das Anwesen Niebitz 10, das zu Seußen gehört, ein fast verwunschen wirkender Bau, sowie das Wasserhäuschen, das seit 1972 die Wasserversorgung dieses Ortsteils sicher stellt. Das Grafitto von Emil Richter auf der Ostseite des kleinen Baus nennt als Brunnenmotto: „Geben, geben, ein ganzes Leben immer nur geben.“ Natürlich stellen die Haider auch einen Maibaum auf. Heuer steht er beim Anwesen Braun - nächsten Jahr beim Feuerwehrhaus?


Die am weitesten im Osten gelegenen Bauernhöfe, heute nur noch Nebenerwerbsbetriebe, liegen in Elmberg. Wie in anderen Dörfern verdienen sich die meisten Einwohner ihren Unterhalt in den umlie-genden Orten. Das abschließende Bild zeigt, wie idyllisch sich heute die Haid den vorbei Fahrenden darbietet, was vor allem dem von den Bewohnern liebevoll gepflegten alten Baumbestand zu verdanken ist. Übrigens hat die Haid zurzeit 75 Einwohner, von denen 37 evangelisch sind.

Jetzt, im Juli 2011, wird am See wieder gearbeitet. Wenn alles fertig ist, berichten wir.

Haid August 2009